Forschungsinstitut nimmt Laborbetrieb vorsichtig wieder auf

27. April 2020

Nach insgesamt fünf Wochen im Präsenznotbetrieb beginnt das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik am 27.04.2020 mit einer behutsamen Wiederaufnahme des Laborbetriebs. Unter strengen Sicherheitsauflagen soll zumindest ein Teil der experimentellen Arbeiten wieder durchgeführt werden.

Update 27.04.2020: Im Einklang mit der vorsichtigen Rücknahme der Einschränkungen des öffentlichen Lebens beginnt das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik am 27.04.2020 mit einer behutsamen Wiederaufnahme des zuvor fast vollständig stillgelegten Forschungsbetriebs. Mit strengen internen Regelungen soll die Anzahl an Personen, die zeitgleich im Institut tätig sind, so geringgehalten werden, dass eine Weitergabe von Infektionserregern nach Möglichkeit verhindert wird. Um dennoch zumindest essentielle Laborarbeiten wieder aufnehmen zu können, haben die Forschenden für alle Gruppen Dienstpläne aufgestellt und arbeiten in bis zu drei zeitlich voneinander abgegrenzten Schichten. Ein Großteil der Mitarbeitenden sind weiterhin im Home Office tätig, auch Besprechungen und wissenschaftliche Vorträge werden weiterhin in Form von Videokonferenzen und Online-Seminaren durchgeführt.

In vielen Laboren darf jeweils nur eine Person zurzeit arbeiten. Um dies sicherzustellen, haben die Forschenden strenge Dienstpläne aufgestellt.

Update 20.03.2020: Seit dem 20.03.2020 befindet sich das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik im Präsenznotbetrieb. Nur diejenigen Personen, die für die Durchführung essentieller Aufgaben wie die Betreuung der Labortiere und die Aufrechterhaltung vitaler Funktionen im Bereich der Haus- und Betriebstechnik benötigt werden, dürfen sich im Institut aufhalten. Das Institut folgt damit der „Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin“, die der Berliner Senat am 17.03.2020 beschlossen hat.


Bei einer massiven und zeitgleichen Ausbreitung von Sars-CoV2 unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wären grundlegend erforderliche Arbeitsprozesse nicht mehr dauerhaft aufrechtzuerhalten. Daher haben die Direktoren des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) am Freitag, dem 13.03.2020 vorsorglich beschlossen, den Forschungsbetrieb des Instituts ab sofort weitgehend einzuschränken.

Damit unterstützen sie die allgemeinen Bemühungen, die weitere Ausbreitung des Virus Sars-CoV2 über einen möglichst langen Zeitraum zu verteilen. Mitarbeitende sollen die Zeit im Homeoffice als Chance zum intensiven Austausch über bereits vorhandene Ergebnisse und zur Entwicklung neuer Ideen nutzen.

Nicht alle Arbeiten sind gleich wichtig

„Natürlich sind unsere Experimente alle wichtig, die so gewonnenen Erkenntnisse sind schließlich ein hohes Gut“, sagt Alexander Meissner, Geschäftsführender Direktor am MPIMG. „In der aktuellen Situation fragen wir uns jedoch bei jedem Experiment: Ist diese Arbeit tatsächlich wichtiger als das gesamtgesellschaftlichen Interesse, die Verbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verringern?“

Das Institut hat daher beschlossen, alle nicht-essentiellen Experimente aufzuschieben. Davon ausgenommen sind laufende Tierversuche. Auch langfristig angelegte und teure Experimente, deren Resultate ansonsten wertlos würden, dürfen weitergeführt werden. Veranstaltungen und der überwiegende Teil der internen Besprechungen werden ebenfalls für eine Weile gestrichen.

Die Forschenden hoffen, auf diese Weise besonders kritische Funktionen wie die Versorgung der wertvollen Labortiere, den Betrieb des institutsinternen Rechenzentrums und die Haus- und Betriebstechnik dauerhaft aufrechterhalten zu können.

Zahl der Personen im Institut verringert

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sollen die Zahl der Personen, die üblicherweise zeitgleich im Institut anwesend sind, auf weniger als die Hälfte verringern. Die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihre Arbeit im Rahmen einer erweiterten Homeoffice-Regelung von zu Hause aus fortsetzen.

„Für viele Tätigkeiten ist es mit den modernen Kommunikationsmitteln kein Problem mehr, wenn Menschen von unterschiedlichen Orten aus zusammenarbeiten wollen,“ sagt Meissner.
„Außerdem werden wir diese Zeit produktiv nutzen können. Um Daten zu analysieren, Aufsätze zu schreiben, neue Ideen zu entwickeln oder neue Projekte zu planen, muss niemand zwingend ins Büro kommen“, ist Meissner überzeugt. „All dies sind Dinge, für die im normalen Alltag zu wenig Zeit zur Verfügung steht.“

Für den Fall, dass das Institut aufgrund einer Häufung von Infektionsfällen behördlich geschlossen werden muss, wurde zusätzlich ein Notfallplan erarbeitet. Damit soll gewährleistet werden, dass selbst in Extremsituationen ein Notbetrieb des MPIMG aufrechterhalten werden kann.

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