Forschungsinstitut reduziert Laborbetrieb auf das Minimum

20. März 2020

Das Kollegium des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik hat am 13.03.2020 beschlossen, den Forschungsbetrieb des Instituts weitgehend einzuschränken. Das Institut unterstützt damit die gemeinsamen Anstrengungen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen.

Update: Seit dem 20.03.2020 befindet sich das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik im Präsenznotbetrieb. Nur diejenigen Personen, die für die Durchführung essentieller Aufgaben wie die Betreuung der Labortiere und die Aufrechterhaltung vitaler Funktionen im Bereich der Haus- und Betriebstechnik benötigt werden, dürfen sich im Institut aufhalten. Das Institut folgt damit der „Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin“, die der Berliner Senat am 17.03.2020 beschlossen hat.

Bei einer massiven und zeitgleichen Ausbreitung von Sars-CoV2 unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wären grundlegend erforderliche Arbeitsprozesse nicht mehr dauerhaft aufrechtzuerhalten. Daher haben die Direktoren des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) am Freitag, dem 13.03.2020 vorsorglich beschlossen, den Forschungsbetrieb des Instituts ab sofort weitgehend einzuschränken.

Damit unterstützen sie die allgemeinen Bemühungen, die weitere Ausbreitung des Virus Sars-CoV2 über einen möglichst langen Zeitraum zu verteilen. Mitarbeitende sollen die Zeit im Homeoffice als Chance zum intensiven Austausch über bereits vorhandene Ergebnisse und zur Entwicklung neuer Ideen nutzen.

Nicht alle Arbeiten sind gleich wichtig

„Natürlich sind unsere Experimente alle wichtig, die so gewonnenen Erkenntnisse sind schließlich ein hohes Gut“, sagt Alexander Meissner, Geschäftsführender Direktor am MPIMG. „In der aktuellen Situation fragen wir uns jedoch bei jedem Experiment: Ist diese Arbeit tatsächlich wichtiger als das gesamtgesellschaftlichen Interesse, die Verbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verringern?“

Das Institut hat daher beschlossen, alle nicht-essentiellen Experimente aufzuschieben. Davon ausgenommen sind laufende Tierversuche. Auch langfristig angelegte und teure Experimente, deren Resultate ansonsten wertlos würden, dürfen weitergeführt werden. Veranstaltungen und der überwiegende Teil der internen Besprechungen werden ebenfalls für eine Weile gestrichen.

Die Forschenden hoffen, auf diese Weise besonders kritische Funktionen wie die Versorgung der wertvollen Labortiere, den Betrieb des institutsinternen Rechenzentrums und die Haus- und Betriebstechnik dauerhaft aufrechterhalten zu können.

Zahl der Personen im Institut verringert

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sollen die Zahl der Personen, die üblicherweise zeitgleich im Institut anwesend sind, auf weniger als die Hälfte verringern. Die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihre Arbeit im Rahmen einer erweiterten Homeoffice-Regelung von zu Hause aus fortsetzen.

„Für viele Tätigkeiten ist es mit den modernen Kommunikationsmitteln kein Problem mehr, wenn Menschen von unterschiedlichen Orten aus zusammenarbeiten wollen,“ sagt Meissner.
„Außerdem werden wir diese Zeit produktiv nutzen können. Um Daten zu analysieren, Aufsätze zu schreiben, neue Ideen zu entwickeln oder neue Projekte zu planen, muss niemand zwingend ins Büro kommen“, ist Meissner überzeugt. „All dies sind Dinge, für die im normalen Alltag zu wenig Zeit zur Verfügung steht.“

Für den Fall, dass das Institut aufgrund einer Häufung von Infektionsfällen behördlich geschlossen werden muss, wurde zusätzlich ein Notfallplan erarbeitet. Damit soll gewährleistet werden, dass selbst in Extremsituationen ein Notbetrieb des MPIMG aufrechterhalten werden kann.

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