Honorarprofessur der FU Berlin für Alexander Meissner

27. Januar 2020

Alexander Meissner, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG), wurde von der Freien Universität (FU) Berlin zum Honorarprofessor für Biochemie bestellt. Zuvor hatte der Wissenschaftler eine Professur an der Harvard-Universität inne.

Prof. Dr. Alexander Meissner ist nun Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin

Der Max-Planck-Forscher Alexander Meissner wurde am 9. Januar 2020 vom Präsidenten der FU Berlin zum Honorarprofessor am Institut für Chemie und Biochemie am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie bestellt. Damit ist Meissner korporatives Mitglied der FU Berlin, muss mindestens eine Wochenstunde pro Semester unterrichten und darf Prüfungen abnehmen. Seine ersten Lehrveranstaltungen wird Meissner im Rahmen einer Ringvorlesung im Masterprogramm „Biochemie“ abhalten. Er ist weiterhin als Direktor am MPIMG tätig.

Die Forschung von Alexander Meissner

Meissner beschäftigt sich mit Fragen der epigenetischen Regulation – also den Mechanismen, die ohne Veränderung der Basensequenz das Ablesen der Gene steuern. Sein multidisziplinäres Team besteht aus experimentell und theoretisch arbeitenden Forschenden. Gemeinsam untersuchen sie, welche Faktoren dazu führen, dass im Laufe der Embryonalentwicklung aus multipotenten Alleskönnern hochspezialisierte Zellen entstehen, die nur noch Zellen der gleichen Art hervorbringen. Mehr als 150 Studien haben Meissner und sein Team bislang veröffentlicht, in denen sie grundlegende Mechanismen der epigenetischen Regulation während der frühen Embryonalentwicklung und bei Krankheiten beschreiben.

Bei seiner Forschung setzt Meissner vor allem auf die modernen Verfahren der Genomforschung, die er für die Entwicklungs- und Stammzellbiologie anpasst. So erstellte er unter anderem hochauflösende Karten des Epigenoms von verschiedenen Zelllinien und in unterschiedlichen Spezies. Zudem verknüpfte er Erkenntnisse aus der Epigenomik mit Daten aus der Genexpression und charakterisierte die Dynamik dieser Prozesse. Dabei deckte er auf, wie regulatorische Netzwerke beim Übergang von der Pluripotenz in den differenzierten Zustand der Zelle neu verknüpft werden.  Zuletzt nutzte er das CRISPR/Cas-System, um die Identität von Zellen während der Differenzierung detailliert zu verfolgen.

Werdegang

Alexander Meissner ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Er hat Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin studiert und wurde anschließend bei Rudolf Jaenisch am Whitehead Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston in den USA promoviert. Nach eineinhalb Jahre als Postdoc bei Rudolf Jaenisch und Eric Lander wechselte Meissner 2008 in die Abteilung für Stammzellen und Regenerative Biologie an der Harvard University und zum Broad Institute, wo er seine unabhängige Karriere startete. Dort lehrte er zunächst als Assistant Professor und später als Full Professor.  2016 folgte er einem Ruf an das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik als Direktor und Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Seit Februar 2019 ist er Geschäftsführender Direktor des Instituts.

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