Claudia Giesecke-Thiel erhält einen ERC Starting Grant 2025

Finanzierung unterstützt die Arbeit der Forscherin im Bereich der B-Zell-Immunologie.

4. September 2025

Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass der Langzeit-Immunschutz im Körper nicht überall gleich organisiert ist.  Während die Antikörperspiegel im Blut nach Infektion oder Impfung relativ stabil bleiben und somit zuverlässig vor schwerer Krankheit schützen, verschwinden die Antikörper auf den Schleimhäuten der oberen Atemwege nach kurzer Zeit wieder. Dadurch wird eine symptomatische Ansteckung mit dem Virus erneut möglich.
 
In ihrem Projekt „TopBMemory“ will Dr. Claudia Giesecke-Thiel die zugrundeliegenden immunologischen Mechanismen genauer beleuchten. Sie erklärt: „Wir wollen herausfinden: Wie prägt der Ort des Erstkontakts mit dem Erreger die Immunantwort und das Immungedächtnis? Und wie verändert sich dieser „erste Eindruck“, wenn der Körper später über einen anderen Weg mit dem gleichen Erreger in Kontakt kommt?" Dazu wird die Immunologin zusammen mit ihrem Team Erreger-spezifische Immunzellen im Detail durchleuchten und in Rachenmandel-Organoiden deren Funktion testen. Für das Projekt wechselt sie vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (MPIMG) an die Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité. „Langfristig wollen wir verstehen, wie sich durch eine klassische systemische Impfung ein Schutz auf den Schleimhäuten aufbauen lässt", sagt Claudia Giesecke-Thiel.
 
Claudia Giesecke-Thiel promovierte 2015 an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Im Jahr 2016 erhielt sie ein unabhängiges Postdoktorandenstipendium der Berlin School of Regenerative Therapies (BSRT) und wechselte in das Labor von Prof. Andreas Radbruch am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)., Dort untersuchte sie wie unter neuen Antikörper-Therapien transiente Antikörperantworten gegen die Biologika in chronische übergehen und welche Marker diesen Übergang früh anzeigen. 2018 wechselte Dr. Giesecke-Thiel an das MPIMG, wo sie neben dem Aufbau und der Leitung der Durchflusszytometrie gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Andreas Thiel signifikante Arbeiten zur Rolle kreuzreaktiver T-Zellen in der Immunabwehr gegen SARS-CoV-2 veröffentlichte. Ab Januar 2026 wird sie an der Charité Berlin, in der Klinik mit Schwerpunkt für Infektiologie und Intensivmedizin, ihre eigene Forschungsgruppe aufbauen.
 
Der ERC Starting Grant unterstützt Forschungsvorhaben vielversprechender Nachwuchswissenschaftler*innen am Beginn ihrer unabhängigen Karriere, die ihre Promotion vor 2-7 Jahren abgeschlossen haben. Die Fördersumme von bis zu 1,5 Mio. Euro wird über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren vergeben.

 

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