Bild einer Maus

Tierversuche am MPIMG

Die biologische und genetische Grundlagenforschung zielt darauf ab, die fundamentalen Prozesse des Lebens zu entschlüsseln. Sie ist aber auch Voraussetzung für die Entwicklung neuer Methoden zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten beim Menschen. 

Am MPIMG nutzen wir Tierversuche, um grundlegende Prozesse der Genregulation während der Entwicklung, bei der Entstehung von Krankheiten und in der Evolution zu untersuchen. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn sich diese Fragestellungen mit anderen Methoden nicht ausreichend beantworten lassen. Vor jedem Tierversuch prüfen wir sorgfältig, ob sich unsere wissenschaftlichen Fragen mit alternativen Methoden untersuchen lassen, etwa in Zellkulturen oder in organähnlichen In-vitro-Systemen, den sogenannten Organoiden.

Tierversuche führen wir hauptsächlich mit genetisch veränderten Mäusen durch. Als Säugetiere sind Mäuse dem Menschen in vielen biologischen Grundlagen ähnlich. Zudem lässt sich ihr Erbgut mit modernen gentechnischen Methoden gezielt verändern. Dadurch können wir genetische Prozesse der Entwicklung, Krankheitsentstehung und Evolution im komplexen Zusammenspiel eines ganzen Organismus untersuchen und auf den Menschen beziehen.

Unsere Tiere werden von qualifiziertem Fachpersonal betreut. Ein Team aus speziell geschulten Tierpfleger*innen sowie Tierärzt*innen versorgt sie nach den geltenden gesetzlichen, veterinärmedizinischen, ethischen und wissenschaftlichen Standards.

Tierversuche unterliegen strengen gesetzlichen und ethischen Vorgaben. Jeder Versuch muss wissenschaftlich begründet und behördlich geprüft werden. Tierversuche werden von den zuständigen Behörden nur dann genehmigt, wenn keine anderen Methoden zur Verfügung stehen. Zusätzlich gibt es interne und externe Kontrollmechanismen.

Wir orientieren uns am international anerkannten 3R-Prinzip: Tierversuche sollen ersetzt (Replace), die Zahl der eingesetzten Tiere reduziert (Reduce) und Belastungen kontinuierlich verringert (Refine) werden. Daher unterstützen und nutzen wir auch alternative Methoden wie Zellkulturen, Computermodelle oder Organoid-Technologien, sobald diese wissenschaftlich geeignet sind. 

Von 2014 bis 2024 haben wir die Anzahl der Tierversuche um 44 Prozent verringert. 

Wir möchten einen offenen und sachlichen Dialog fördern und nachvollziehbar machen, wie Forschung und Tierschutz miteinander in Einklang gebracht werden.

Verantwortung und Mitgefühl in der Forschung mit Versuchstieren

Wer in der biomedizinischen Forschung wie wir mit Versuchstieren arbeitet, entscheidet sich nicht gegen Mitgefühl. Im Gegenteil: Unsere Wissenschaftler*innen erleben ihre Arbeit als besondere Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Tieren.

Mitgefühl für die uns anvertrauten Tiere zeigt sich im Laboralltag vor allem durch eine aufmerksame Betreuung. Veränderungen im Verhalten oder Wohlbefinden der Tiere werden früh erkannt, um Belastungen möglichst gering zu halten. Eine gute Tierpflege dient nicht nur dem Wohl der Tiere, sondern auch der Qualität der wissenschaftlichen Ergebnisse.

Die meisten Forschenden wünschen sich, dass Tierversuche eines Tages vollständig durch geeignete Alternativmethoden ersetzt werden können. Solange dies für bestimmte medizinische Fragestellungen noch nicht möglich ist, sehen wir es als unsere Verantwortung an, jedem einzelnen Tier mit Respekt zu begegnen und seine Belastung so gering wie möglich zu halten.

Mitgefühl und wissenschaftliche Forschung sind daher kein Widerspruch – sie sind ein wesentlicher Bestandteil unserer verantwortungsvollen biomedizinischen Forschung.

 

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