Wie Zellen sich selber organisieren - Interview mit Ida Stöppelkamp
Im Rahmen des Girls´ & Boys´ Day 2026 interviewten Jakob Lämmel und Falk Schneiderheinze PhD Studentin Ida Stöppelkamp aus dem Labor von Denes Hnisz.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Wissenschaftlerin zu werden?
Ich glaube, es hat eher mich gefunden, als dass ich es aktiv gesucht hätte. Ich wollte damals unbedingt Ernährungswissenschaften studieren, bin aber in den Studiengang nicht reingekommen. Dann ist es Biologie geworden. Das hat mir tatsächlich sehr viel Spaß gemacht, auch mit Praktika. Es hat alles angefangen auf der Ökologie-Ebene. Dann habe ich verstanden, dass man jede Zelle in seinem Körper eigentlich auch studieren und sehen kann. Das hat mich fasziniert und ich bin dabei geblieben.
Warum sind Sie zum Max-Planck-Institut gewechselt?
Ich glaube, Max Planck hat einfach so einen großen Namen. Ich habe mich damals informiert, was für Institute es alles gibt, weil ich nicht unbedingt an die Universität wollte. Ich wollte keine Lehre machen, da man das an der Uni häufig machen muss. Dann hatte ich mich an verschiedenen Instituten beworben. Hinterher ist das Max Planck geworden.
Was interessiert Sie an Ihrer Arbeit?
Ich finde es faszinierend, dass man wirklich alles darstellen kann. Wenn man entweder durch ein Mikroskop guckt, wo man die kleinsten Strukturen auflösen kann. Oder man einfach bestimmte Messungen macht, die einen dann bestimmte Sachen interpretieren lassen.
Welche Erfahrungen haben Sie vorher gesammelt, die Ihnen jetzt in Ihrer Arbeit helfen?
Ich habe vorher ganz verschiedene Sachen gemacht. Man hat sich halt so viel aneignen können aus verschiedenen Blickwinkeln. Jede/r Wissenschaftler*in und jedes Metier hat auch immer andere Blickwinkel auf Sachen, wie Immunolog*innen oder Biophysiker*innen. Da habe ich einfach versucht, so viel wie möglich zu lernen um dann Probleme auch aus einer anderen Perspektive lösen zu können.
Und an was forschen Sie aktuell?
Meine Gruppe ist interessiert daran, zu verstehen, wie Zellen sich selber organisieren. Also wie in der Zelle bestimmte Aufgaben übernommen werden. Da werden die in verschiedene Kompartemente aufgeteilt. Da gibt es die ganz berühmten, wie das Mitochondrium oder den Zellkern. Die werden eben durch eine Membran von dem Rest der Zelle getrennt. Dadurch können die dort ihre Funktion erfüllen. Wir sind an anderen Kompartementen interessiert, die nicht durch eine Membran umschlossen werden. Diese finden sich durch die Proteine, die dieselbe Funktion haben. Dieses „Sich-Finden“ ist das, was wir versuchen zu verstehen. Ich benutze dabei Proteine von Spezies, oder von Tieren, die sich an extreme Umweltbedingungen angepasst haben. Diese Proteine packe ich in die humane Zelle und versuche dadurch Einblicke zu gewinnen, wie diese andere Proteine zu sich ziehen, die eigentlich human sind. Umgekehrt vielleicht aber auch nicht und warum das dann so ist.
Was wollen Sie nach Ihrem Ph.D in Biochemie machen?
Ich würde gerne weiterhin forschen, jedoch nicht mehr in einem akademischen Setting, sondern in der Industrie. Da finde ich vor allem interessant, Proteine zu designen, die eine bestimmte Funktion erfüllen können.












