Drei neue Forschungsgruppen starten am MPIMG
In diesem Herbst und Winter bauen Raquel Fueyo, Sedona Murphy und Johannes Stein ihre Labore am MPIMG auf. Ihre Arbeit wird die Forschung des Instituts in den Bereichen Embryogenese, epigenetische Regulation, und Genomorganisation stärken.
Raquel Fueyo wird im Dezember ihre Gruppe am MPIMG gründen. Derzeit arbeitet sie im Labor von Joanna Wysocka im Fachbereich Chemie und Systembiologie an der Stanford University. In ihrer Forschung konzentrierte sie sich auf die mechanistischen Aspekte der Genexpressionskontrolle in Stammzellen, insbesondere auf Transposone in der frühen menschlichen Entwicklung. Diese Arbeit wurde von Bristol-Myers Squibb und der Europäischen Organisation für Molekularbiologie finanziert. Das Labor von Raquel Fueyo am MPIMG wird sich grundlegenden Fragen zum Einfluss von Transposonen auf die Entwicklung des menschlichen Embryos und auf menschliche Erkrankungen widmen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf endogenen Retroviren (ERVs), die auch als LTR-Retrotransposons bekannt sind. Um die Funktion und Regulation von ERVs zu untersuchen, wird das Labor neuartige Modelle der frühen Entwicklung, sogenannte Blastoide, in Kombination mit Genom-Editierungstechnologien und quantitativen Werkzeugen einsetzen. Ihre Gruppe wird vollständig von der Max-Planck-Förderstiftung finanziert.
Mehr zur Forschung von Raquel Fueyo.
Sedona Murphy ist seit September 2025 Gruppenleiterin am MPIMG. Sie promovierte 2023 an der School of Medicine der Stanford University und arbeitete im Labor von Alistair Boettiger. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie Polycomb-Gruppe-Proteine (PcGs), die mit Chromatin interagieren, indem sie bestimmte Regionen der DNA verdichten und unterdrücken. Anschließend wurde sie unabhängige Forschungsstipendiatin am Institut für Zellbiologie der Yale School of Medicine, wo sie ein Forschungsprogramm mit Schwerpunkt auf der 3D-Genomorganisation und dem epigenetischen Gedächtnis aufbaute. Am MPIMG wird sich ihr Labor mit den Mechanismen befassen, die die Rückkopplung zwischen epigenetischem Gedächtnis und Chromatinorganisation steuern. Die Gruppe möchte verstehen, wie statistische Veränderungen in der Häufigkeit von Chromatin-Wechselwirkungen die Genregulationsmechanismen zelltypenspezifisch beeinflussen. Die Gruppe geht Forschungsfragen aus einer interdisziplinären Perspektive an und verbindet Physik, Optik und Biologie. Zusätzlich arbeitet das Labor an neuen Mikroskopietechnologien.
Mehr zur Forschung von Sedona Murphy.
Johannes Stein ist seit Oktober 2025 am MPIMG. Er promovierte am Max-Planck-Institut für Biochemie, wo er gemeinsam mit Petra Schwille und Ralf Jungmann an der Weiterentwicklung der DNA-basierten hochauflösenden Mikroskopie zur Visualisierung molekularer Prozesse mit Nanometergenauigkeit arbeitete. Anschließend wechselte er zum Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering und zur Harvard Medical School, wo er als Postdoktorand mit George Church und Ting Wu daran arbeitete, den Zusammenhang zwischen der Organisation des Zellkerns und der Funktion des Genoms zu erforschen, und dabei seine Expertise in der Mikroskopie auf die Zellbiologie ausweitete. Im Jahr 2025 erhielt Johannes ein Emmy-Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Mit Unterstützung eines Emmy-Noether-Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, wird seine Gruppe an der Schnittstelle von Bildgebung, Genomik und Molekularbiologie arbeiten, um aufzudecken, wie das räumliche Zusammenspiel von Proteinen, RNA und DNA die Genregulation und die Genomfunktion beeinflusst. Durch die Entwicklung und Anwendung von Einzelmolekül- und Mikroskopietechniken will sein Labor die molekularen Mechanismen grundlegender Prozesse im Zellkern wie Chromatin-Looping und Kompartimentierung untersuchen – und verstehen, wie deren Störungen zu Krankheiten beitragen können.












