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01.11.2005
Wissenschaftler wollen Grenze zwischen Theorie und Praxis in der Systembiologie überwinden
Europäische Union fördert Exzellenznetzwerk ENFIN über fünf Jahre mit insgesamt 9 Millionen Euro
Noch immer trennt eine scharfe Linie die im Labor tätigen "nassen" Biologen von den theoretisch
arbeitenden Biologen und Bioinformatikern. Dies zu ändern ist Ziel des "Experimentellen Netzwerkes
für Funktionelle Integration" (ENFIN). Das europäische Exzellenznetzwerk vereint eine Reihe der
besten theoretischen und experimentell tätigen Wissenschaftler Europas. In nur fünf Jahren wollen sie
ein virtuelles Institut errichten, das die Methoden der Computational Systems Biology (rechnergestützten
Systembiologie) für Forscher und Experimentatoren aus Europa und der ganzen Welt zugänglich macht.
Insgesamt 20 Arbeitsgruppen aus 17 Einrichtungen in 13 Ländern, darunter auch Wissenschaftler des
Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin, bilden das ENFIN-Netzwerk. Die europäische Union
unterstützt das Projekt fünf Jahre lang mit insgesamt neun Millionen Euro. Volltext
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13.10.2005
Neuer Forschungsverbund zur Stammzell-basierten Leberregeneration
Neue Methoden und Technologien für die Herstellung von Leberzellen aus Stammzellen sind Ziel eines neuen BMBF
geförderten Forschungsverbundes. Damit sollen Grundlagen für die Entwicklung stammzellbasierter
Lebertherapieverfahren geschaffen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert im Programm
"Zellbasierte Regenerative Medizin" das Projekt zur Stammzell-basierten Leberregeneration unter Koordination von
Prof. Jörg Gerlach und Dr. Katrin Zeilinger in der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Volltext
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23.08.2005
Der Ursprung embryonaler Stammzellen
Berliner Wissenschaftler identifizieren Gene, die für erste Schritte in der Entwicklung des Menschen verantwortlich sind
Wissenschaftler knüpfen große Erwartungen an den Einsatz embryonaler Stammzellen. Ihre Handhabung und insbesondere eine
gezielte Differenzierung zu verschiedenen Zelltypen ist jedoch noch mit großen Schwierigkeiten verbunden. Forscher des
Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik, der Universität Leeds in Großbritannien und der Cornell-Universität in
New York haben jetzt die ersten Gene identifiziert, welche die Steuerung der ersten unterschiedlichen Gewebearten beim
Menschen übernehmen. In der Zeitschrift Stem Cells beschreiben sie, dass insbesondere die Gene OCT4, NANOG und CDX2 für
Entstehung und Erhalt von innerer Zellmasse und Trophektoderm im Rahmen der Embryonalentwicklung verantwortlich sind. Ihre
Ergebnisse sind von großer Bedeutung für Entwicklung einer gezielten Zellproduktion aus embryonalen Stammzellen (Stem Cells
Express; doi:10.1634/stemcells. 2005-0113, epub ahead of print August 4, 2005). Volltext
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15.08.2005
Doping für Spermienzellen
Berliner Wissenschaftler identifizieren ein Gen, das die Beweglichkeit einzelner Spermien beeinflusst
Seit Gregor Mendel ist bekannt, dass heterozygote Organismen die unterschiedliche Ausprägung ihrer Gene mit gleicher
Häufigkeit auf die Nachkommen verteilen. Wissenschaftler vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik fanden jetzt
eine Ausnahme von dieser Regel. In der Fachzeitschrift Nature Genetics beschreiben sie eine Gruppe von Genen, die von
männlichen Tieren in mutierter Form zu 99% weitervererbt wird. Dabei zeigen die Forscher erstmalig die molekulare
Beschaffenheit eines sogenannten Distorter-Gens, dessen Genprodukte die Schwimmfähigkeit von Spermienzellen beeinflussen. Die
Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe dieser Erkenntnisse gezielt das Geschlecht landwirtschaftlicher Nutztiere beeinflussen zu
können (Nature Genetics 2005; DOI 10.1038/ng1617, Epub ahead of print 2005 Aug 14). Volltext
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21.07.2005
Stress im Gehirn
Wissenschaftler vermuten Beteiligung der Stresshormon-Kaskade an der Entstehung des Rett-Syndroms
Das Rett-Syndrom, eine schwere Form der geistigen Behinderung, wird durch spontane Mutationen im MECP2-Gen ausgelöst.
Bislang ist nicht bekannt, welcher Mechanismus für die schweren Entwicklungsstörungen verantwortlich ist, unter denen die
Betroffenen leiden. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik und der Universität Edinburgh ist es
jetzt gelungen, Zielgene von MECP2 im Mausmodell zu identifizieren. In der Fachzeitschrift Human Molecular Genetics
beschreiben sie, dass die Überaktivität der "Stresshormon-Kaskade" für einen Teil der Symptome des Rett-Syndroms
verantwortlich sein könnte. Dies könnte einen Weg für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zur Behandlung des
Rett-Syndroms eröffnen. Volltext
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20.07.2005
Simulation von Lebensprozessen
Berliner Wissenschaftler präsentieren erstes umfassendes Modell einer "virtuellen Zelle"
Eine der spannendsten Forschungsrichtungen unserer Zeit ist die Systembiologie. Ihr Ziel ist es, eine Zelle oder ein Organ
mit allen seinen Reaktionen (z. B. Umweltanpassung, Alterung oder Immunabwehr) zu verstehen, mathematisch abzubilden und am
Computer zu simulieren. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg gelang jetzt einer Gruppe von Wissenschaftlern aus Berlin und
Göteborg. In der renommierten Fachzeitschrift Nature Biotechnology präsentieren sie das erste umfassende systembiologische
Modell zur Beschreibung der Reaktion von Hefezellen auf veränderte Außenbedingungen. Das Modell bezieht unterschiedliche
Prozesse wie Signalwege, Genexpression und Stoffwechselgeschehen, aber auch die Volumenveränderung der Zelle und die
Regulation des osmotischen Druckes mit ein. Durch die Verbindung von Modell und Laborexperimenten konnten die Forscher
zeigen, dass an komplexen Vorgängen in der Zelle sowohl biochemische als auch biophysikalische Prozesse beteiligt sind. Für
ein umfassendes Verständnis der zelluläre Regulation ist daher aus ihrer Sicht die Modellierung der unterschiedlichen Ebenen
von Zellabläufen unerlässlich. (Nature Biotechnology 2005, doi:10.1038/nbt1114, published online). Volltext
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08.07.2005
Promotionspreis der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erforschung der genetischen Ursachen von Hirnfunktionsstörungen
Die Genetikerin Dr. Sarah Althea Shoichet erhält den mit 2500 Euro dotierten Promotionspreis 2005 der Berliner
wissenschaftlichen Gesellschaft, der von der Technologiestiftung Berlin (TSB) sowie BioTOP Berlin-Brandenburg und TSBmedici
ausgestattet ist, für ihren Beitrag zur Aufklärung molekular-genetischer Grundlagen von erblichen Formen der geistigen
Behinderung. Volltext
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06.07.2005
Sieger im evolutionären Zweikampf
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik postulieren neues Maß für Darwin's "Fitness"
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin und der Universität Göttingen postulieren eine neue
Sichtweise für die Überlebenschancen von Arten. Mit Computersimulationen und empirischen Studien bestätigen sie die Theorie,
dass die Durchsetzungsfähigkeit einer Art vor allem von der Geschwindigkeit abhängt, mit der eine Population nach einer
Störung wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zurückkehrt. Die Forscher hoffen, mit Hilfe dieses Modells genaue Vorhersagen
für die quantitative Entwicklung von Arten, von Bakterienstämmen bis hin zu großen Säugetieren, machen zu können (Proc. R.
Soc. B (2005) 272:741-749; Proc. R. Soc. B, doi: 10.1098/rspb. 2004.3032, published online). Volltext
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05.07.2005
Ausgezeichneter Nachwuchs
Nachwuchswissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik für ihre Arbeiten ausgezeichnet
Gleich drei Doktoranden des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik wurden in diesem Jahr für ihre Arbeiten
ausgezeichnet. Bereits im März erhielt Philipp Angenendt den Dieter-Rampacher-Preis 2004 für seine Dissertation "Studien zur
Optimierung und Anwendung von Protein-Arrays". Sarah Althea Shoichet wurde auf der diesjährigen Hauptversammlung der
Max-Planck-Gesellschaft für ihre Untersuchungen zur Aufklärung der molekularen Ursachen von erblichen Hirnfunktionsstörungen
mit der Otto-Hahn-Medaille geehrt. Auf dem Schloessmann-Seminar 2005 wurde Sebastian Haesler für seine Arbeit über den
Beitrag eines Gens (FoxP2) zur Entwicklungsregulation des Gesangslernen beim Zebrafinken mit einem Schloessmann-Preis in der
Kategorie Doktoranden ausgezeichnet. Sein Preis wurde mit dem Zusatz "Erster Preis" versehen. Volltext
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11.06.2005
Lange Nacht der Wissenschaften im MPI für molekulare Genetik
Am 11. Juni 2005 findet in der Zeit von 17:00 bis 1:00 Uhr die fünfte berlinweite Lange Nacht der Wissenschaften statt. Informationen zur Langen Nacht der Wissenschaften im MPI für molekulare Genetik.
Volltext
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29.04.2005
Baumeister des Lebens
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin erzielen wichtige Durchbrüche bei der Aufklärung der Struktur der Ribosomen
Gleich zwei wichtige Erfolge kann eine Gruppe von Wissenschaftlern am Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
vermelden. Gemeinsam mit einer amerikanischen Partnergruppe konnten die Forscher unter der Leitung von Dr. Paola Fucini die
dreidimensionale Struktur einer wichtigen Bindungsstelle des Ribosoms einschließlich eines daran gebundenen Proteins
vorstellen. In der neuesten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Molecular Cell beschreiben sie die genaue Bindung der
hochkonservierten GTPase Era an die kleine Untereinheit des Ribosoms, wodurch die letzten Schritte bei der Zusammensetzung
der ribosomalen Untereinheiten für die Synthese von Proteinen aktiviert werden (Mol Cell 18:319-329, 2005).
Schon Anfang des Jahres gelang es den Wissenschaftlern, die dreidimensionale Struktur der großen Untereinheit des Ribosoms
mit daran gebundenem Ribosomen-Recycling-Faktor aufzuklären. Die inzwischen zum Patent eingereichte Struktur eröffnet den
Weg für die gezielte Entwicklung einer neuen Klasse von Antibiotika (EMBO J 24(2):251-60, 2005). Volltext
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05.04.2005
Ein Aktivitätsatlas für Pflanzengene
Ein Team von Wissenschaftlern aus drei Max-Planck-Instituten in Tübingen und Berlin hat eine detaillierte Aktivitätskarte
für fast alle Gene der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) vorgelegt. In der renommierten Fachzeitschrift Nature Genetics
beschreiben die Forscher die Aktivität fast aller Gene in verschiedenen Entwicklungsstadien der Pflanze und verschiedenen
Organen wie Blüte oder Wurzel. Sie fanden heraus, dass die Ackerschmalwand für ihre natürliche Entwicklung bereits mehr als
90% ihrer Gene benötigt. Für die Reaktion auf Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen oder Schädlingsbefall stehen ihr
somit weniger als 10% ihrer Gene zur Verfügung. (Nature Genetics Advance Online Publication, 3. April 2005,
doi:10.1038/ng1543). Volltext
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17.03.2005
Biologie und Evolution des gemeinsamen Geschlechtschromosoms von Frau und Mann
Umfassende Sequenzanalyse des menschlichen X Chromosoms publiziert
Gemeinsam mit drei der weltgrößten Genomzentren in GB und den USA haben vier deutsche Gruppen vom Leibniz-Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB, Jena), dem Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (MPIMG, Berlin-Dahlem), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU, München) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ, Heidelberg) ihr Ziel nach mehr als 12 Jahren intensiver Forschungsarbeit erreicht. Sie veröffentlichen am 17. März in der renommierten internationalen Fachzeitschrift NATURE ihre umfassende Analyse der fertiggestellten DNA-Sequenz des menschlichen X-Chromosoms. Volltext
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10.03.2005
New Book: Systems Biology in Practice
"Concepts, Implementation and Application" by Klipp, Edda / Herwig, Ralf / Kowald, Axel / Wierling, Christoph / Lehrach, Hans
Presenting the main concepts, this book leads students as well as advanced
researchers from different disciplines to an understanding of current ideas in
the complex field of comprehensive experimental investigation of biological
objects, analysis of data, development of models, simulation, and hypothesis
generation.
Volltext
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01.03.2005
Warum sind Stammzellen so "allmächtig"?
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin erhalten Genehmigung zur Untersuchung humaner embryonaler Stammzellen
Embryonale Stammzellen sind für die Wissenschaft deshalb so interessant, weil sie die Fähigkeit besitzen, sich zu gänzlich
unterschiedlichen Zelltypen zu entwickeln. Diese Eigenschaft wird als Pluripotenz bezeichnet. Im Laufe der Entwicklung des
Organismus werden die Zellen z.B. zu Nerven-, Muskel- oder Knorpelzellen und verlieren damit die Eigenschaft der Pluripotenz.
Was aber verleiht den embryonalen Stammzellen diese besondere Eigenschaft? Dieser Frage wollen Forscher des Max-Planck-Institutes
für molekulare Genetik in Berlin auf den Grund gehen. Nachdem ihnen nun vom Robert-Koch-Institut die Genehmigung für die
Forschungsarbeiten mit humanen embryonalen Stammzellen erteilt worden ist, wollen sie die genetische Grundlage der Pluripotenz
aufklären. Volltext
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17.02.2005
Europäisches Bioinformatik-Netzwerk erhält 8 Millionen Euro zur Bereitstellung biologischer Daten
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik am Exzellenznetzwerk EMBRACE beteiligt
Der Zugang zu biologisch-medizinischen Daten ist unbedingte Voraussetzung und zugleich eine der größten Herausforderungen für die modernen Lebenswissenschaften. Die Europäische Union stellt einer Gruppe von europäischen Bioinformatikern jetzt insgesamt 8,3 Millionen Euro zur Verfügung, um das in Europa in unterschiedlichen Datenbanken gesammelte Wissen zu standardisieren und auf einfachem Weg für die wissenschaftliche Fachwelt verfügbar zu machen. Unter Leitung von Graham Cameron vom European Bioinformatics Institute (EBI) in Cambridge beteiligen sich an dem Exzellenznetzwerk EMBRACE Wissenschaftler aus insgesamt 17 Forschungseinrichtungen in 11 Ländern, unter ihnen auch Ralf Herwig vom Berliner Max Planck Institut für molekulare Genetik. Volltext
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