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OncoTrack: Neues europäisches Konsortium fokussiert sich auf Gebiet der genomischen Krebsdiagnostik
Konsortium mit mehr als 60 internationalen Wissenschaftlern wird von Bayer HealthCare Pharmaceuticals und dem Max-Planck-Institut für molekulare Genetik koordiniert
OncoTrack, ein internationales Konsortium mit über 60 Vertretern aus Wissenschaft und Industrie, hat eines der größten gemeinsamen Forschungsprojekte Europas ins Leben gerufen, um neue Ansätze zur Identifizierung neuartiger Darmkrebs-Marker zu entwickeln. Bayer HealthCare Pharmaceuticals und das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (MPIMG) koordinieren die Arbeit des Konsortiums. Das einzigartige, auf fünf Jahre angelegte OncoTrack-Projekt mit dem Namen „Methods for systematic next generation oncology biomarker development“ („Methoden zur systematischen Entwicklung von Biomarkern der nächsten Generation in der Onkologie“) bringt herausragende Wissenschaftler unterschiedlichster Fachgebiete zahlreicher akademischer Institutionen Europas mit Vertretern aus Pharmaunternehmen zusammen.
In den letzten Jahrzehnten konnten bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung von Therapieoptionen für die Behandlung häufiger Krebserkrankungen erzielt werden. Auf Grund der Heterogenität der meisten Tumortypen führen gängige Krebsbehandlungen aber oft nur bei einer Subpopulation von Patienten zum erwünschten Behandlungserfolg. Die Herausforderung für den behandelnden Arzt liegt dabei nicht nur in der korrekten Diagnose zu Art und Stadium der Krebserkrankung, sondern zudem in der Notwendigkeit, den Erfolg einer möglichen Therapie vorherzusagen. Die Entdeckung von tumor-spezifischen Biomarkern ist deshalb von entscheidender Bedeutung, um die Diagnose verbessern, die Auswahl geeigneter Therapien unterstützen und zudem die Wirksamkeit von Therapien bereits während der Behandlung überwachen zu können. Um in der Zukunft moderne zielgerichtete Therapien umfassend anwenden zu können, muss in die Erforschung sensitiverer, reproduzierbarer und systematischer Methoden investiert werden. Dabei geht es auch darum, anschließend die Erkenntnisse schnell in robuste diagnostische Methoden für die Klinik zu übertragen.
Das OncoTrack-Projekt soll neue Methoden für die systematische Suche nach Biomarkern der neuen Generation für die Onkologie entwickeln. Die detaillierte Charakterisierung von Tumorgewebe auf molekularer Ebene soll sowohl das Verständnis für Krebs insgesamt als auch den Einfluss der Tumor-Heterogenität auf die Behandlung von Darmkrebs erweitern. Im Rahmen des Projektes sollen daher genomische und epigenetische Sequenzdaten hoher Qualität aus klinischen, gut charakterisierten Tumorproben und Metastasen generiert und mit entsprechenden Proben und Sequenzen gesunder Zellen von Patienten verglichen werden. Zusätzliche Daten aus der detaillierten molekularen Charakterisierung der Tumore werden die Ergebnisse ergänzen. Die Zusammenführung und Auswertung der verschiedenen Daten aus dem OncoTrack-Projekt soll die Beantwortung grundsätzlicher Fragen zur Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp von Tumoren ermöglichen. Übergeordnetes Ziel dieser Bemühungen ist die Entdeckung und Auswahl geeigneter Kandidaten für die Biomarkerentwicklung für Darmkrebs.
Dr. David Henderson, Principal Scientist in Translational Sciences bei Bayer HealthCare Pharmaceuticals und OncoTrack-Koordinator, sagte: „!OncoTrack ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentlich-private Partnerschaften mit Vertretern aus akademischen Institutionen und Industrieunternehmen im Rahmen von Forschungskooperationen sich neue Bereiche erschließen. Es ist uns gelungen, ein Team von Klinikern, Molekularbiologen, Bioinformatikern und anderen Experten zusammenzustellen und so ein europaweites Netzwerk mit sich ergänzenden Expertisen aufzubauen, das weit über die bisher übliche Zusammenarbeit zwischen akademischen Institutionen und der Industrie hinausgeht. Mit Hilfe aller beteiligten Experten werden wir die notwendigen Ressourcen für die komplexe Aufgabe aufbringen, umfangreiche Genomanalysen als Grundlage einer spezifischen Auswahl neuer Krebs-Biomarker zu nutzen.“
Das OncoTrack-Projekt wird von der „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) gefördert, eine neu- und einzigartige öffentlich-private Partnerschaft zwischen der pharmazeutischen Industrie und der Europäischen Union. Prof. Hans Lehrach, Leiter der „Managing Entity“ für das OncoTrack-Projekt am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik sagte: „Wir begrüßen die einzigartige Gelegenheit, die sich durch diese IMI-Initiative bietet. Die breite Unterstützung durch Europas Top-Pharmaunternehmen, kombiniert mit der Expertise in unserem Institut und unserer Partner, wird den notwendigen Einfluss erreichen, um solch ein komplexes Projekt zum Erfolg zu führen. Der Zugang zur Expertise und den privatwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen des OncoTrack-Konsortiums öffnet neue Wege, die akademischen Forschungsinstituten bisher nicht zugänglich waren. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und denke, dass diese Initiative sowohl die akademische Forschung in Europa stärken als auch unseren Industriepartnern wichtige Erkenntnisse für deren klinische Entwicklungsprogramme liefern wird. Und was noch wichtiger ist: Unsere Forschung wird den Patienten spürbaren Nutzen für die Therapie und das Management ihrer Krankheit bringen.“
Das Projekt “Methods for systematic next generation oncology biomarker development” wird von einer ausgewählten Anzahl großer Pharmaunternehmen unterstützt, zu denen AstraZeneca?, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, Janssen Pharmaceutica, Merck, Pfizer and Roche Diagnostics gehören und deren Beteiligung in Form von Sach- und Personalleistungen eine ergänzende Förderung durch “IMI Joint Undertaking“ gegenüber steht, was einem Gesamtbudget von 25,8 Millionen EUR entspricht.
Die akademischen Partner steuern wesentliche, für den Erfolg essentielle Fähigkeiten und Kenntnisse bei. Zu den Partnern gehören: Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Deutschland), Uppsala Universitet (Schweden), University College London (Großbritannien), Université Paris-Sud (Frankreich), Charité Universitätsmedizin Berlin (Deutschland), Medizinische Universität Graz (Österreich) und Technische Universität Dresden (Deutschland). Dieses zukunftsweisende Projekt wird zudem von drei weiteren pharmazeutischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterstützt: International Prevention Research Institute (Frankreich), Experimental Pharmacology and Oncology sowie Alacris Theranostics (beide Deutschland), die ebenfalls an der Umsetzung des Projektes beteiligt sein werden. Gabo:mi (Deutschland) wird die komplexe Aufgabe des Managements dieses internationalen Projektes übernehmen.
Über Innovative Medicines Initiative (IMI)
Das Projekt wird von der „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) gefördert, eine junge und einzigartige öffentlich-private Partnerschaft zwischen der pharmazeutischen Industrie (vertreten durch den europäischen Pharmaverband EFPIA) und der Europäischen Union (vertreten durch die Europäische Kommission). Erklärtes Ziel von IMI ist, durch Zusammenarbeit von Pharmaindustrie, akademischer Forschung, Kliniken, Zulassungsbehörden und Patientenorganisationen die Erforschung und Entwicklung neuer und besserer Medikamente in Europa zu beschleunigen. IMI verfügt über ein Budget von einer Milliarde Euro aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union (FP7/2007-2013). Eine weitere Milliarde Euro wird in Form von Sach- und Personalleistungen durch die EFPIA-Mitgliedsfirmen beigetragen. Mehr Informationen zu IMI: www.imi.europa.eu
Kontakt:
Prof. Dr. Hans Lehrach
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Tel.: +49 30 84131221
Email: lehrach@molgen.mpg.de
Dr. Kerstin Crusius
Bayer HealthCare Pharmaceuticals
Tel.: +49 30 468 14726
Email: kerstin.crusius@bayer.com
Carl Steinbeisser
Gabo:mi (Projekt-Management)
Tel.: +49 89 288 104 24
Email: carl.steinbeisser@gabo-mi.com

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