
|
Berlin wird zur Zentrale eines europaweiten Systembiologie-Netzwerkes zur Bekämpfung von Krebs
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik koordiniert europäische Initiative zur Systembiologie komplexer Erkrankungen
Führende europäische Krebsforschungszentren und Bioinformatik-Gruppen wollen in den nächsten Jahren eine
Infrastruktur errichten, welche die systembiologische Darstellung und Untersuchung von Krebserkrankungen
ermöglicht. Das Projekt ESBIC-D (European Systems Biology Initiative for combating Complex Diseases)
wird vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Prof. Dr. Hans Lehrach / Dr. Ralf Herwig)
koordiniert. Die europäische Kommission fördert das Netzwerk im Rahmen des sechsten
Forschungsrahmenprogramms mit insgesamt 350.000 Euro.
Auch nach Jahrzehnten intensiver Forschung stellt Krebs noch immer eines der dringendsten Probleme der
Gesundheitsforschung dar. In jüngerer Zeit gelangen signifikante Erfolge bei der Behandlung seltener
Krebsarten bei Kindern; bei der Bekämpfung der weit verbreiteten Tumorformen wurden bisher jedoch nur
geringfügige Fortschritte erzielt. Auch erfolgreiche neuere Anti-Tumor-Wirkstoffe wie Herceptin oder
Glivec können nur bei einen Teil der Patienten mit sehr individuellen Charakteristika eingesetzt werden.
Krebs entsteht durch Störungen in den komplexen biologischen Netzwerken des Organismus. Prävention,
Diagnose und Therapie verlangen ein detailliertes Verständnis dieser Prozesse im gesunden und kranken
Zustand. Im Rahmen der EBSIC-D sollen erstmalig Informationen der funktionellen Genomforschung mit
physiologischen und klinischen Daten von Patienten kombiniert und in Form biologischer Abläufe im
Computer dargestellt werden. Ziel der beteiligten Wissenschaftler ist die Errichtung einer europäischen
Infrastruktur, die es erlaubt, Daten und Methoden führender Institute im Bereich der Krebsforschung und
der Bioinformatik zu sammeln, auszuwerten und mit Hilfe von Modellbildung neu zu interpretieren.
Weitere Information unter http://pybios.molgen.mpg.de/ESBIC-D/
Kontakt:
Dr. Ralf Herwig
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Ihnestrasse 63-73
14195 Berlin
Tel.: 030-8413-1265
Fax: 030-8413-1380
Email: herwig@molgen.mpg.de
Über das Max Planck Institut für molekulare Genetik
Das Max Planck Institut für molekulare Genetik (MPIMG) arbeitet an der Analyse von Struktur und Funktion
des Genoms von Mensch und anderen Organismen. Damit leistet es einen Beitrag zu einem umfassenden
Verständnis biologischer Abläufe im Organismus und zur Aufklärung der molekularen Ursachen vieler
menschlicher Erkrankungen. Ziel der gemeinsamen Anstrengung aller Arbeitsgruppen des MPIMG ist es, auf
molekularem Niveau neue Einblicke in die Entstehung von Krankheiten zu gewinnen, um so zu einer
Entwicklung neuer Behandlungsmethoden beizutragen.
In vier Abteilungen und einer Forschungsgruppe werden am Institut in Berlin-Dahlem chemische,
biologische, mathematische und medizinische Grundlagenforschung miteinander verknüpft. Das Institut
steht mit an der Spitze der internationalen Forschung und arbeitet in vielen Projekten eng mit anderen
Forschungseinrichtungen zusammen. Ergänzt wird die wissenschaftliche Arbeit durch die Ausbildung
zahlreicher Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt.
ESBIC-D Partnereinrichtungen:
- Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Berlin
- Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
- Association pour la recherche et le développement des méthodes et processus industriels, Paris, Frankreich
- Tel-Aviv University, Israel
- Paterson Institute for Cancer Research, Christie Hospital NHS Trust, Manchester, Großbritannien
- Institut Curie, Paris, Frankreich
- Medizinische Universität zu Graz, Österreich

|